Um eine Maschinenachse oder Spindel zu bewegen, ist ein Elektromotor und eine Ansteuerung, meist als Stromrichter (früher Steller) bezeichnet, erforderlich. Wegen der unterschiedlichen Anforderungen an Haupt- und Vorschubantriebe werden dabei meist unterschiedliche Konzepte angewendet. Auf Grund der Kombinatsstruktur waren die Zuständigkeiten in der DDR-Industrie ziemlich kompliziert.
Ab etwa 1970 begann in der DDR eine gezielte Entwicklung von elektrischen Antrieben für Werkzeugmaschinen, welche für den Einsatz in Verbindung mit Numerische Steuerungen optimiert waren. Bis dahin hatte jeder Maschinenhersteller seine Maschinen mit Motoren und Ansteuerungen seiner Wahl ausgerüstet. Für den Starkstromanlagenbau Karl-Marx-Stadt koordinierte zunächst das Forschungszentrum für Werkzeugmaschinen Karl-Marx-Stadt (FZW) die Entwicklung von Hauptantriebsumrichtern im VEB Elektroprojekt und Anlagenbau Berlin, von Achsantriebsumrichtern im VEB Elektroschaltgeräte Eisenach und von Motoren im VEB Elektromaschinenbau Dresden.
Auf Grund der verfügbaren Leistungshalbleiterbauelemente wurden zunächst nur Gleichstromantriebe verwendet, das entsprach dem internationalen Stand der Technik. Erst ab etwa 1982 rückten Drehstromantriebe zunehmend in den Fokus.
1972 begann im Starkstromanlagenbau die Entwicklung von Transistorpulsstellern für Vorschubantriebe im Rahmen des Projektes „Werkzeugmaschinenspezifische Antriebe“ (WSA). Erstes Produkt war der TPS 32A, der ab 1974 gefertigt wurde.
Mit Beginn der Entwicklung des Steuerungssystems 600 begann die Entwicklung einer 2. Generation von Gleichstromantrieben. Erstes Produkt war der Thyristorumkehrstromrichter TUD 6, der wiederum in Kooperation entwickelt wurde. Für Motoren im unteren Drehmomentbereich wurden im Starkstromanlagenbau die 2-achsigen Transistorpulssteller TPS 20A entwickelt und gebaut.
Ab 1980 wurden im VEB Numerik die Thyristorumkehrstromrichter TDR 100 für Roboterantriebe und der TDR 700 als Weiterentwicklung des TUD 6 entwickelt. Der VEB Elektroschaltgeräte Eisenach wurde Betriebsteil des VEB Numerik. Um den steigenden Anforderungen an die Dynamik der Antriebe gerecht zu werden, entstanden die Transistorpulssteller TPS 701. Nachdem international zunehmend Drehstromantriebe zum Einsatz kamen, begann die Entwicklung eines Frequenzumrichters TFU 701. Die Materialsituation führte letztlich zum Abbruch der Entwicklung 1987. Die Arbeiten für eine neue Generation von Drehstromantrieben (System DSA 7000) verschwanden mit dem Ende der DDR.
TPS 32A
TPS 20A
TDR 20
TDR 100
TDR 700
TPS 701